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Kelten und Römer

Mit dem Begriff „Kelten" benennen wir vielfältige ethnische Identitäten ab dem 7./6. Jh. v.u.Z. bis zum Beginn unserer Zeitrechnung in Europa, die trotz vieler Gemeinsamkeiten über große Entfernungen hinweg durch regionale Unterschiede geprägt waren. Antike Autoren berichten von den Keltoi, Galli oder Galatai.

Mit dem Beginn der Keltenzeit löste sich Mitteleuropa endgültig aus dem vorgeschichtlichen Dunkel und trat in das Licht der uns überlieferten Geschichte. Die Griechen gaben die ersten Hinweise auf keltische Stammesgruppen, die in wenigen Jahrhunderten zu einer mächtigen und weitverbreiteten Kulturgemeinschaft heranwuchsen.

So berichtete Herodot (ca. 484 - 430 v.u.Z.) in seiner Darstellung Europas: „Die Donau entspringt im Land der Kelten nahe der Stadt Pyrene und durchquert Europa, das sie in der Mitte durchtrennt." Hekataios von Milet (um 500 v.u.Z.) erwähnt in seiner Erdbeschreibung die keltische Stadt Nyrax, bei der es sich wohl um das spätere Noreia in den Südostalpen handeln dürfte. Auch die Sprachforschung nimmt eine „Urheimat" der Kelten im Bereich zwischen Rhein und Donau an, denn dort sind keltische Bezeichnungen für Flüsse und Berge am zahlreichsten erhalten geblieben.

Die ältesten keltischen Funde in Kärnten stammen aus der Hallstattzeit. Es handelt sich hierbei um Königsgräberfunde aus dem 8. Jht., bez. Prunkgräber aus dem 5. Jht. v.u.Z.

Die Machtbasis um 450 v.u.Z. bildete in der Region Görtschitztal das Eisen von Hüttenberg, welches man in den ganzen Mittelmeerraum exportierte. Durch den Erzabbau begünstigt, war das Görtschitztal schon zur Zeit der Kelten besiedelt.

Entlang dem ganzen Görtschitztal finden wir heute noch zahlreich erhaltene Römersteine, wie z.B. die von Hüttenberg, Semlach, Wieting, Klein St. Paul, Eberstein, St. Walburgen, Brückl und Selessen. Sie belegen nicht nur eine Nebenstraße durchs Görtschitztal, sondern auch eine Kurzverbindung vom Hüttenberger Erzberg ins Krappfeld zur römischen Reichsstraße Lorch – Aquileja. Diese Straße war vorwiegend auf den Seebergsattel ausgerichtet.

Um 200 v.u.Z wurde das keltische Königreich Norikum gegründet, es war das erste Staatssystem auf österreichischem Boden. Das Hauptsiedlungsgebiet befand sich im heutigen Unterkärnten. Die Hauptstadt der Noriker, die sagenhafte Stadt Noreia, lässt sich heute nicht mehr eindeutig lokalisieren.

An der "Staatsgründung", dem Zusammenschluss von 13 keltischen Stämmen, waren neben den Norikern die im Ostalpenraum lebenden Taurisker, die Ambidraven aus Oberkärnten, die Saevaten aus dem Pustertal, die Laianken aus Osttirol und die Ambisonten aus dem salzburgerischen Pinzgau beteiligt. Darüber hinaus die Ambiliken und Uperaken, deren Wohnsitze unbekannt sind. Die in Vorarlberg lebenden Elveti blieben der Gründung fern. Leider sind uns fünf der dreizehn keltischen Stämme heute nicht mehr namentlich bekannt.

Rom war mit seinen nördlichen Nachbarn, welche ihre Handelspartner und Rohstofflieferanten waren, gut befreundet. Norische Kelten genossen in Rom sehr hohes Ansehen. Exportartikel nach Rom waren unter anderem: Das Ferrum Norikum (ein sehr qualitatives Eisen, das besonders für die Waffenproduktion des römischen Heeres von großer Bedeutung war), Salz, keltische Textilien, Haare und Kosmetikartikel sowie zahlreiches Kunsthandwerk und Schmuck. Die Noriker waren bekannt für ihre Metallwaren, insbesondere der Schwerter, was eine Erklärung für ihre relativ lange Selbstständigkeit sein könnte.

Die Verbindungen zu Rom führten letztendlich dazu, dass das Königreich Norikum 15 v. Chr. ins römische Reich, als Provinz Norikum, eingegliedert wurde. Ziel war es vorallem, sich gemeinsam gegen die immer stärker vordringenden Germanenstämme zu schützen. Zunächst behielt es eine eingeschränkte Autonomie als tributpflichtiges Fürstentum, doch unter Kaiser Claudius wurde es um 40 n. Chr. endgültig eine römische Provinz. Ab jetzt wurde die keltisch-illyrische Bevölkerung in Norikum teilweise romanisiert.

 

 

 

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