
Norikum wurde von einer wichtigen Strassenverbindung durchquert. Sie führte von Rom über Aquileia, Emona, Celeia, Poetovio nach Carnuntum. Zahlreiche Seitenstrassen zweigten in das norische Alpenland ab. Bei Aquileia ging eine Strasse nach Aguntum, eine andere führte über Virunum nach Ovilavis. Auch der Loiblpass war durch einen Saumweg über Emona bereits existent. Von Celeia aus gelangte man in das Hüttenberger Erzgebiet über Virunum und Iuvavum. Das Murtal mit Flavia Solva war von Poetovio aus erschlossen.
Die zweitwichtigste Verbindung führte entlang des Donaulimes vom pannonischen Vindobona über Cetium, Lauriacum nach Boiodurum. An ihr zweigten bei Lauriacum Seitenäste nach Ovilavis ab, die nach Iuvavum führten. Unter Caracalla wurde die via iuxta amnem Danuvium von Boiodunum (Passau/Innstadt) Richtung Lauriacum ausgebaut.
Es kann angenommen werden, dass die ursprüngliche Römerstraße von Virunum nach Lauriacum (Enns a.d.Donau) den bestehenden Keltenwegen folgend, durch das Görtschitztal führte und mit XX m.p. (römische Meilen) ab Virunum, die erste Straßenstation (Candalicae) sich in Wieting befand.
Die alte Handelsstraße verlief vom Krappfeld aus in nordöstlicher Richtung nach Guttaring und Hüttenberg, folgte dann dem Steirergraben und führte entlang dem Hörfeld nach See und Greith, um über den Perchauer Sattel das Murtal zu erreichen.
Die Entfernungsangaben laut Itinerarium Antonini (römisches Straßenverzeichnis) - Von Aquileia an die Donau - führen über den Plöckenpass ins Drautal nach Irschen / castrum Ursen und über Villach bzw Feldkirchen nach Virunum. Diese Strecke beträgt CLXXXVII m.p. oder 125 gallische Leugen. Um auf die Gesamtlänge von CCCLXXII m.p. zu kommen, muss die Strecke Virunum - Lauriacum CLXXXV m.p. betragen und diese Entfernung ergibt sich über das Görtschitztal (Bei der laut Publikation G. Winkler "Die Römischen Straßen und Meilensteine in Noricum" angeführten Gesamtlänge "CCLXXII m.p.- zu kurz" wurde vermutlich ein "C" weggelassen).
Der spätere, etwas kürzere Straßenverlauf laut Tabula Peutingeriana, führt über Friesach und durch die Klamm nach Norden. Gleichzeitig mit dieser Neutrassierung wird die Straße von Virunum nach Iuvavum (Salzburg) ins Gurktal verlegt worden sein. Laut Itinerarium verlief die ursprüngliche Route über Feldkirchen - St. Leonhard - Sirnitz zur Flattnitz und weiter nach Salzburg.
Der prähistorische Wegeknoten (Nord-Süd / Ost-West) für den Raum Unterkärnten wird sich in Waisenberg befunden haben, wo im Jahr 2007 ein zweites „Königsgrab“ aus der Vorzeit freigelegt wurde. Nach der Okkupation Norikums 15 v.Chr. verlegten die Römer den Wegeknoten ins Zollfeld und errichteten dort die Provinzhauptstadt Virunum.
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